Profilunterricht (Gymnasium)

Die Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums des Evangelischen Schulzentrums haben ab der 8. Klasse die Möglichkeit folgende Profile zu besuchen:

Sozial-diakonisches Profil

a.) Grundgedanke

In unserer modernen Welt mit den vielfältigen individuellen Gestaltungsmöglichkeiten wird es für junge Menschen immer schwerer, sich eine Identität zu bilden, die auf der einen Seite den persönlichen Freiheitsgedanken respektiert und gleichzeitig soziale Gemeinschaft fördert.

Bisher gültige Normen und Werte verlieren mehr und mehr an Gültigkeit. Wem soll ich meine Zeit widmen, der eigenen Familie, meiner Karriere oder den Notleidenden um mich herum?

Welche Möglichkeiten zur Gestaltung von Gemeinschaft gibt es noch, wenn die Erreichung der eigenen Wünsche mitunter verlangt, bisherige Verhaltensweisen aufzugeben?

Wie viel Toleranz gegenüber Intoleranz darf es geben oder ist heute jede Meinung prinzipiell in Ordnung?

Solche und ähnliche Fragen beschäftigen nicht nur Erwachsene, sondern auch Heranwachsenden.

Das Sozial-diakonische Profil nimmt diese Fragen auf und hilft den Jugendlichen, ganz persönliche Antworten darauf zu finden. Im Mittelpunkt stehen dabei aktuelle gesellschaftliche Themen wie der Wandel der Familie, Umweltschutz, Migration oder auch die Erfahrungen mit der Andersartigkeit. Dabei werden Lösungsansätze aus der Ethik, der Religionslehre sowie der gesellschaftswissenschaftlichen Forschung diskutiert. In der Klassenstufe 10 werden zudem philosophische Grundgedanken mit einbezogen.

b.) Ziele des Profilangebots

Das sozial-diakonische Profil hat sich zum Ziel gesetzt, Jugendliche in ihrer Reflexionsfähigkeit und Meinungsbildung zu fördern. Dazu werden ihnen auf gesellschaftliche Fragen verschiedene Möglichkeiten angeboten, die sie diskutieren und für sich abwägen sollen. Folglich fördert das Profil schon aufgrund seiner methodischen Ausrichtung einen Gruppenaustausch, das Zulassen unterschiedlicher Meinungen und Lösungsvorschläge. Ein besonderes Anliegen ist es, den Jugendlichen zu ermöglichen, vielfältige Erfahrungen mit Andersartigkeit zu machen und ihre Scheu vor dem Unbekannten zu überwinden. Gesellschaftliche Vielfalt wird so als Chance erkannt.

c.) Konkrete Umsetzung im Unterricht

Das Profil umfasst in jedem Schuljahr drei Themenbereiche, die mithilfe verschiedener Beispiele den Schülerinnen und Schülern helfen sollen, Antworten auf aktuelle gesellschaftliche Fragen zu finden. Im ersten Bereich werden Themen der Jugendlichen aus den persönlichen Lebensumfeldern Familie, Freunde und Liebebehandelt. Im zweiten Themenbereich beschäftigen sich die Jugendlichen mit dem Bereich der sozialen Verantwortungsübernahme im gesellschaftlichen Kontext. Diesem Bereich können Aspekte wie Umweltschutz oder auch Migrationshilfe zugeordnet werden. Das Schuljahr endet mit einem praktischen Bereich, in welchem die Schülerinnen und Schüler sich eine eigene Fragestellung suchen und diese mithilfe eines kurzen Praktikums beantworten sollen. Dazu werden ihnen auch die Grundlagen der empirischen Sozialforschung, wie der Beobachtung, der Fragebogenerstellung und der Interviewführung nahegebracht.


Ökonomisch-ökologisches Profil

a.) Grundgedanke

In kaum einer Nachrichtensendung ist das Thema Umweltschutz und Klimakrise nicht präsent. Nicht nur einzelne Personen oder Verbände, sondern ganze Unternehmen tragen mehr und mehr Verantwortung bei dem verantwortungsvollen Umgang mit den Ressourcen unserer Erde. Dabei geht es vor allem darum, unsere Erde auch für die kommenden Generationen zu erhalten. Die Diskussion rund um den Klimawandel sorgt dabei aber nicht nur für Begeisterung. Viele Unternehmen fühlen sich durch Auflagen in ihren Handlungsmöglichkeiten eingeschränkt. Der Verbraucher klagt über teureren Umweltstrom oder Bio-Produkte.

Wie kann man also ein erfolgreiches Unternehmen führen und dabei trotzdem umweltschonend und zukunftsorientiert arbeiten?

Welche Verantwortung trägt jeder einzelne von uns, wenn es um den Erhalt unserer Welt geht?

Was ist wichtiger – Selbstverwirklichung oder soziale und ökologische Verantwortung?

Solche und ähnliche Fragen beschäftigen nicht nur Erwachsene, sondern sie begegnen auch Heranwachsenden.

Das Ökonomisch-ökologische Profil nimmt solche Fragen auf und versucht gemeinsam mit den Schülern Wege zu finden, Unternehmensführung und Umweltschutz miteinander zu verbinden. Damit die Arbeitnehmer von morgen auch eine Welt zurücklassen, auf der die Arbeitnehmer von übermorgen noch leben können.

b.) Ziele des Profilangebots

Das ökonomisch-ökologische Profil hat sich zum Ziel gesetzt, Schülerinnen und Schüler mit den Grundlagen der Unternehmensgründung und -führung vertraut zu machen. Dabei steht das verantwortliche, klimafreundliche und ressourcenschonende Handeln im Vordergrund. Beides miteinander in Einklang zu bringen, ist dabei Grundlage der Unterrichtsarbeit. Ein weiteres Ziel stellt die Bewahrung des Kulturerbes unserer Heimatregion dar, wobei auch die jüngere Generation wieder Lust auf das Erleben von Kultur bekommen soll.

c.) Konkrete Umsetzung im Unterricht

Innerhalb unseres Profils werden verschiedene Aspekte der Unternehmensführung diskutiert und erprobt. Von der Entwicklung einer Konzeptidee, über die Finanzierungsplanung bis hin zum Marketing werden dabei verschiedene betriebswirtschaftliche Grundkenntnisse vermittelt. Dieses Wissen ist die Basis zur Gründung von Schülerfirmen, die auch von nachfolgenden Jahrgängen weitergeführt und entwickelt werden.

 

Unterstützung erhalten die Schüler dabei von mehreren Projektpartnern:

     - Köhlerei Eisenhammer

     - Landschaftsmuseum Dübener Heide

     - Museumsdorf-Verein Dübener Heide.

     - Evangelische Kirchgemeinde Bad Düben

     - Deutsche Lutherweg-Gesellschaft